Baden-Württemberg zwischen Vergangenheit und Zukunft – Warum wir Steinbeis wieder brauchen

Gestern habe ich eine Rede gehört, die mich aufhorchen ließ.
Tobias Vogt, Generalsekretär der CDU Baden-Württemberg, sprach über etwas, das in der politischen Landschaft selten geworden ist: über die Realität.
Er nannte die Dinge beim Namen – die schwächelnde Wirtschaft, die fehlende Dynamik, und die Tatsache, dass alles andere – Bildung, soziale Sicherheit, Zukunftsinvestitionen – ohne eine funktionierende Wirtschaft nichts ist als Rhetorik.

Ich fand das bemerkenswert.
Denn es war kein Wahlkampfgetöse, sondern eine Erinnerung daran, was Baden-Württemberg stark gemacht hat: Arbeit, Wissen und der Wille, es besser zu machen.

Doch während ich zuhörte, dachte ich an etwas, das in der Rede fehlte, nicht als Kritik, sondern als Ergänzung.
Denn dieser wirtschaftliche Erfolg, auf den wir so oft stolz blicken, hat eine tiefere Wurzel: Ferdinand von Steinbeis.

Steinbeis war derjenige, der das Fundament legte, auf dem Baden-Württemberg steht.
Er verband Handwerk mit Bildung, Theorie mit Praxis, und machte Wissen anwendbar.
Er schuf Schulen, Werkstätten, Denkstätten, aber nie Selbstzweck.
Er glaubte daran, dass Fortschritt nur dann entsteht, wenn man ihn macht.

Jahrzehnte später griff Lothar Späth genau diesen Gedanken auf.
Er belebte die Steinbeis-Stiftung neu und brachte die Hochschulen zu den Menschen.
Er wollte, dass Wissen dort wirkt, wo es gebraucht wird, im Mittelstand, in den Betrieben, im echten Leben.

Ich habe diesen Gedanken bereits in einem früheren Artikel festgehalten:
👉 „Steinbeis – der vergessene Held“

Und ich schreibe diesen neuen Text, weil ich glaube, dass wir genau diesen Geist wieder brauchen.
Denn heute sehe ich viele Reden über Transformation, aber wenig Bewegung.
Viele, die über Nachhaltigkeit sprechen, aber kaum jemanden, der sie lebt.
Und zu oft eine Politik, die von Moral und Ideologie getränkt ist, aber kaum noch von Machergeist.

Ich sage das bewusst frei von dieser moralsauren, ideologisch verklebten Politik, die zu oft von Selbstdarstellern statt Machern geprägt war.
Denn Zukunft entsteht nicht auf Podien, sie entsteht in Werkhallen, Laboren und Werkstätten.

Bubeck – Teil dieser Geschichte

Wenn ich das schreibe, dann nicht aus nostalgischer Sentimentalität, sondern aus gelebter Erfahrung.
Unsere Firma, die R. Bubeck & Sohn GmbH, wurde 1893 gegründet, im selben Jahr, in dem Ferdinand von Steinbeis starb.
Vielleicht Zufall, vielleicht Schicksal.
Aber wir waren, wie viele andere Betriebe in Baden-Württemberg, Profiteure dieses wirtschaftlichen Aufbruchs.

Wir haben erlebt, was es bedeutet, wenn Bildung, Handwerk und Unternehmergeist zusammenspielen.
Wir haben gesehen, wie Wohlstand wächst, wenn man Neues wagt.
Und wir wissen, wie schnell dieser Wohlstand erodiert, wenn Bürokratie Innovation ersetzt.

Bubeck war nie ein Kind von Subventionen, sondern von Überzeugung.
Wir stehen bis heute für handwerklich gebackenes, nachhaltig produziertes und gesunde Hundenahrung, entstanden aus der Überzeugung, dass Qualität kein Trend ist, sondern Haltung.
Und genau diese Haltung ist Teil der DNA Baden-Württembergs.

Der Aufruf

Wenn Tobias Vogt also heute davon spricht, dass Baden-Württemberg sich erneut transformieren muss, dann stimme ich ihm zu, von ganzem Herzen.
Aber Transformation braucht kein neues Schlagwort.
Sie braucht Menschen, die handeln, und eine Politik, die ihnen vertraut.
Sie braucht Mut statt Marketing.
Und sie braucht den Geist von Steinbeis, Späth und all jener, die lieber bauen als reden.

Denn Baden-Württemberg war immer dann stark, wenn es nicht auf Anträge gewartet hat
sondern auf Menschen gesetzt hat, die einfach anfangen.
Bubeck der älteste Hersteller von Hundenahrung
Zurück zum Blog